Igel schützen – Nachtfahrverbot für Mähroboter prüfen

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Neu-Ulmer Stadtrat setzt sich mit einem aktuellen Antrag für einen besseren Schutz unserer heimischen Igel ein. Ziel ist es, die Gefahren durch Mähroboter insbesondere in den Dämmerungs- und Nachtstunden zu reduzieren und gleichzeitig die Bevölkerung stärker für naturnahe Gärten zu sensibilisieren.

Igel sind stark gefährdet

Der Europäische Igel steht auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature. Auch in Bayern sind die Bestände in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Hauptursachen sind der Verlust geeigneter Lebensräume, zunehmend „aufgeräumte“ Gärten und der Einsatz moderner Gartengeräte wie Motorsensen, Laubsauger und Mähroboter.

Besonders problematisch: Igel besitzen keinen ausgeprägten Fluchtinstinkt. Bei Gefahr rollen sie sich ein – ein Verhalten, das sie gegenüber Mährobotern schutzlos macht. Untersuchungen, unter anderem vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, zeigen, dass selbst moderne Geräte mit Sensorik Igel häufig nicht zuverlässig erkennen. Schwere Verletzungen oder der Tod der Tiere sind keine Seltenheit.

Unser Antrag: Konkrete Schritte für mehr Artenschutz

Vor diesem Hintergrund beantragen wir:

  • Prüfung eines Verbots von Mährobotern in den Dämmerungs- und Nachtstunden
  • Hinwirken auf eine entsprechende Verordnung durch die untere Naturschutzbehörde
  • Orientierung an der bestehenden Regelung der Stadt Ulm, wo Mähroboter nachts sowie jeweils eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang und nach Sonnenaufgang nicht betrieben werden dürfen
  • Aufnahme entsprechender Vorgaben in die Pachtverträge städtischer Liegenschaften
  • Ausbau der städtischen Informationsangebote zum Igelschutz – digital und in Papierform

Aufklärung als Schlüssel

Neben möglichen ordnungsrechtlichen Maßnahmen sehen wir vor allem in der Information und Sensibilisierung der Bevölkerung einen entscheidenden Hebel. Viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer sind sich der Problematik nicht bewusst.

Deshalb sollen die städtischen Naturschutzinformationen künftig unter anderem enthalten:

  • Die ökologische Bedeutung des Igels
  • Aufklärung über Gefahren durch Mähroboter
  • Empfehlungen für alternative Einsatzzeiten
  • Konkrete Tipps für igelfreundliche Gartengestaltung

Naturnahe Gärten mit Laubhaufen, Hecken, heimischen Pflanzen und Verzicht auf nächtliches Mähen leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz – direkt vor der eigenen Haustür.

Verantwortung für unsere Biodiversität

Als Kommune tragen wir Verantwortung für den Schutz und Erhalt unserer lokalen Artenvielfalt. Mit klaren Regeln, gezielter Aufklärung und einem bewussteren Umgang mit moderner Gartentechnik können wir einen wirksamen Beitrag zum Schutz der Igelpopulation leisten.

Für lebendige Gärten.
Für mehr Biodiversität.
Für unsere Igel.