Neu-Ulm braucht mehr Schutz für seine Bäume

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen setzt sich erneut für eine kommunale Baumschutzverordnung in Neu-Ulm ein. Mit einem aktuellen Antrag fordert die Fraktion die Verwaltung auf, eine entsprechende Satzung zu erarbeiten und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen.

Stadtgrün ist Klimaschutz

Die Sommer werden heißer – und Städte wie Neu-Ulm spüren die Folgen besonders deutlich. Versiegelte Flächen speichern Hitze, Schatten fehlt, die Aufenthaltsqualität sinkt. Bäume sind hier ein entscheidender Teil der Lösung: Sie kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, spenden Schatten und verbessern die Luftqualität, indem sie Feinstaub und CO₂ binden.

Dass Neu-Ulm im bayernweiten Vergleich beim Baumschatten den letzten Platz belegt, zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Für uns Grüne ist klar: Stadtgrün ist keine Nebensache, sondern zentrale Klimaanpassung und damit eine Investition in die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger.

Schutzlücke schließen

Derzeit besteht in Neu-Ulm eine erhebliche Lücke beim Schutz von Bäumen. Zwar greifen naturschutzrechtliche Vorgaben, doch in der Praxis können viele Bäume – insbesondere zwischen Oktober und Februar – gefällt werden, ohne dass eine umfassende Abwägung stattfindet. Immer wieder verschwinden so gesunde, oft jahrzehntealte Bäume aus dem Stadtbild.

Gerade bei Bauvorhaben geraten wertvolle Baumbestände unter Druck. Ohne klare Regelungen fehlt häufig ein verbindlicher Rahmen, der den Erhalt dieser ökologisch wichtigen Strukturen priorisiert.

Bewährtes Instrument: Baumschutzverordnung

Eine kommunale Baumschutzverordnung schafft genau diesen Rahmen. Sie definiert klare Kriterien, etwa anhand des Stammumfangs, ab wann ein Baum geschützt ist. Gleichzeitig sorgt sie für Transparenz und Planungssicherheit – auch für Bauherren. Wo Fällungen unvermeidbar sind, regeln Ersatzpflanzungen oder Ausgleichszahlungen den ökologischen Ausgleich.

Viele Städte in Bayern gehen diesen Weg bereits erfolgreich: von München über Nürnberg, Augsburg und Regensburg bis hin zu Ingolstadt, Würzburg, Kempten und Memmingen. Sie alle zeigen: Ein wirksamer Baumschutz ist machbar und ein wichtiger Baustein für klimaresiliente Städte.

Jetzt handeln für ein lebenswertes Neu-Ulm

Die Grüne Fraktion hat dieses Anliegen bereits in der Vergangenheit eingebracht. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise ist jetzt der Zeitpunkt, entschlossen zu handeln.

Unser Ziel ist klar: Neu-Ulm soll eine lebenswerte, grüne und zukunftsfähige Stadt bleiben. Eine Baumschutzverordnung ist dafür ein zentraler Schritt. Sie schützt nicht nur einzelne Bäume, sondern stärkt das Stadtklima insgesamt – für heutige und kommende Generationen.