Umwelt

Kräutertour der besonderen Art

Was macht der Hobbygärtner mit dem Giersch? Entweder ausreißen und den Gartenumgraben – oder einfach essen, so wie unsere Vorfahren es praktizierten, wenn die haltbaren Vorräte im Frühjahr zu Ende gingen.

Denn viele der sogenannten „Unkräuter“ sind wertvolle Wildpflanzen. Dies und vieles mehr erfuhren 20 Interessierte am Mittwoch vor Ostern bei einer Kräutertour im Wald der Böfinger Halde mit “Kräuterfee” Helga Schneller.

Der Bärlauch, der dort flächendeckend wächst, veredelt mit seinem würzigen Geschmack viele Gerichte und lässt sich zu köstlichem Pesto, Pfannkuchen oder Spätzle verarbeiten. Die Kräuterfachfrau informierte, wie die Gefahr des Fuchsbandwurms minimiert werden kann (Kochen
oder gründliches Waschen) und erklärte die Unterscheidungsmerkmale zu anderen giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen und Aronstab.

Auch die jungen Blätter von Löwenzahn sind eine schmackhafte und gesunde Beimischung in Salaten, denn das leicht bittere Kraut entwässert den Körper. Die Blütenblätter eignen sich hervorragend als Garnierung.

Wie die Brennnessel angefasst werden kann, ohne sich die Finger zu verbrennen, wurde eindrucksvoll demonstriert und dazu gleich noch ein Tipp für einen gesunden Snack mitgegeben: Mit etwas Öl in der Pfanne
frittiert verwandeln sich die Blätter in knusprige Brennnessel-Chips.

Helga Schneller erklärt den Interessierten die vielfältigen heimischen Kräuter.

Die Kursleiterin für Heilpflanzenkunde informierte auch über die alte Tradition der Neunkräutersuppe, die früher am Gründonnerstag auf den Tisch kam. Auf der Basis einer nicht zu sämigen Kartoffelsuppe werden 9 unterschiedliche Wild- und Gartenkräuter gekocht, und fertig ist das gesunde Mahl zum Ende der Fastenzeit.

Schließlich konnten sich die Teilnehmer*innen zum Abschluss mit einem erfrischenden „Kräutersprizz“ stärken, einem Getränk auf der Basis von Apfelsaft mit Giersch und Gundermann.

Wer glaubt, jetzt alles über unsere Wildkräuter und ihre vielseitige Anwendung zu wissen, der irrt bestimmt. Noch mehr über essbares und gesundes wildes Grün gibt es bei den Kräuterführungen von Helga Schneller im Botanischen Garten Ulm.

Für die Eule/Grünen in Elchingen
Thomas Böhm, Gemeinderat

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