Neujahrsempfang der Grünen Stadtratsfraktion Neu-Ulm: Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen

Mit zahlreichen Gästen aus Stadtgesellschaft, Politik, Verwaltung und Presse ist die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Neu-Ulm in das Jahr 2026 gestartet. Beim traditionellen Neujahrsempfang stand das gemeinsame Gestalten der Zukunft Neu-Ulms im Mittelpunkt – politisch, sozial und ökologisch.

Fraktionsvorsitzende Cornelia Festl eröffnete den Abend und begrüßte unter anderem die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Michael Joukov sowie den Referenten des Abends Constantin Zieher (FIDES Gruppe Ulm). Für die musikalische Umrahmung sorgte erneut Christoph Scherer und Band, die den Empfang stimmungsvoll begleiteten.

Michael Sisto, Christoph Scherer, Igor Schiele

In ihrer Rede zog Cornelia Festl Bilanz über die Arbeit der Grünen Stadtratsfraktion im vergangenen Jahr und formulierte zugleich klare Perspektiven für die Zukunft. Einen besonderen Schwerpunkt legte sie auf Kinder, Bildung und Chancengleichheit. Investitionen in Kitas, Ganztagsbetreuung und gute Lernbedingungen seien zentrale Bausteine für soziale Gerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als wichtigen Erfolg nannte sie die interfraktionelle Resolution zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab 2026, mit klaren Forderungen an Land und Bund nach verlässlicher Finanzierung, Planungssicherheit und ausreichend Personal.

Auch die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr war Thema: Am Beispiel der neuen Grundschule in Burlafingen wurde deutlich, wie wichtig pragmatische Lösungen für sichere Schulwege sind – etwa durch Verkehrsberuhigung und zusätzliche Querungsmöglichkeiten.

Ein weiteres zentrales Anliegen der Grünen ist das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum. Durch gezielte Maßnahmen an Orten wie der Glacis Galerie, dem Julius-Rohm-Platz und der Caponniere konnten Verbesserungen erreicht werden. Dabei betonte Festl, dass belebte Orte sichere Orte sind, und sprach sich für eine stärkere positive Nutzung öffentlicher Räume aus – insbesondere für Jugendliche.

Großen Raum nahmen zudem Themen der Stadtentwicklung und Mobilität ein: die Aufwertung des Donauuferwegs, der Umbau der Ludwigsstraße, neue Fahrrad- und Fußwegeverbindungen sowie eine vorausschauende Planung bei anstehenden Brückenprojekten. Mit Blick auf den ÖPNV unterstrich Festl die Bedeutung der kommenden Jahre, in denen Neu-Ulm die Verantwortung für die Buslinien im Stadtgebiet übernimmt und die Weichen für einen modernen, klimafreundlichen Nahverkehr stellt.

Trotz angespannter Haushaltslage sei es der Fraktion gelungen, soziale Zuschüsse – etwa für Telefonseelsorge und Hospizarbeit – zu sichern. Diese Unterstützung sei Ausdruck kommunaler Verantwortung und unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Cornelia Festl, Melanie Echteler, Renate Koch

Ein besonderes Zeichen gelebter Solidarität setzte die Grüne Stadtratsfraktion zudem mit einer Spendenübergabe: Beim letztjährigen Neu-Ulmer Stadtfest erzielte die Fraktion durch den Verkauf von Sandwiches und Cocktails einen Gewinn von 600 Euro. Dieser Betrag wurde vollständig an das Familienzentrum Neu-Ulm gespendet. Das Familienzentrum steht beispielhaft für alles, was ein gelingendes und integrierendes Zusammenleben in der Stadt ausmacht: ein Ort, an dem alle willkommen sind und Unterstützung finden. Als Heimat zahlreicher Gruppen sowie der Ehrenamtsbörse leistet es einen unverzichtbaren Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in Neu-Ulm. Die Fraktion freute sich sehr, dass Frau Echteler und Frau Koch vom Familienzentrum beim Neujahrsempfang anwesend waren und den symbolischen Scheck persönlich entgegennehmen konnten. Verbunden mit einem herzlichen Dank für ihren täglichen Einsatz für die Menschen in Neu-Ulm.

Im anschließenden Grußwort blickte Michael Mehren, Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, nach vorne. Er machte deutlich, dass Neu-Ulm in den kommenden Jahren ein klares Update in der Stadtplanung brauche – insbesondere bei Mobilität, Wirtschaft und Klimaschutz. Durchgehende und sichere Rad- und Fußwege, ein leistungsfähiger und priorisierter ÖPNV sowie eine höhere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt seien entscheidend für Lebensqualität, Handel und Gastronomie.

Constantin Zieher, Cornelia Festl, Michael Mehren

Eine starke und nachhaltige Wirtschaft sei dabei die Grundlage für Investitionen in Infrastruktur und Kultur. Mehren betonte die Bedeutung moderner Gewerbegebiete, einer guten ÖPNV-Anbindung – etwa durch einen zusätzlichen Bahnhalt – und einer engen Zusammenarbeit von Wirtschaft, Stadt und Hochschule.

Angesichts des Klimawandels sprach er sich zudem für mehr Grün und mehr Bäume im Stadtgebiet aus, um Hitze zu mindern, Lebensqualität zu erhöhen und Wohngebiete besser zu schützen.

Den inhaltlichen Höhepunkt des Abends bildete der Impulsvortrag von Constantin Zieher (FIDES Gruppe Ulm) zum Thema „Bezahlbar Wohnen in Neu-Ulm – Wie geht das?“. Er machte deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum nicht mit sozialem Wohnungsbau gleichzusetzen ist und wies darauf hin, dass in Bayern rund 60 Prozent der Bevölkerung grundsätzlich Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben.

Constantin Zieher

Zieher erläuterte die vielfältigen Faktoren, die für die Realisierung bezahlbaren Wohnraums entscheidend sind – von verfügbarem Bauland über Förderbedingungen bis hin zu politischen und finanziellen Rahmenbedingungen. An konkreten Neu-Ulmer Projekten wie dem Leplat-Areal mit 161 Wohnungen oder dem Illerpark zeigte er auf, welche Potenziale bereits genutzt werden und wo weitere Anstrengungen notwendig sind.

Der Neujahrsempfang bot damit nicht nur Raum für Begegnung und Austausch, sondern auch für eine inhaltlich fundierte Diskussion darüber, wie Neu-Ulm gemeinsam, sozial gerecht und zukunftsfähig gestaltet werden kann – ganz im Sinne des Leitmotivs des Abends: