Max Deisenhofer wollte es wissen. Der sportpolitische Sprecher der bayerischen Landtagsfraktion der Grünen. Bei einer Podiumsdiskussion in der Ratiopharm Arena wurde in einer hochkarätigen Runde mit ExpertInnen aus der Branche der Frage auf den Grund gegangen, weshalb eSports in Deutschland nicht die Akzeptanz wie im Ausland erfährt. Angesichts der 3 Millionen eSports-Begeisterten eine Frage mit großer Bedeutung für viele Bürgerinnen und Bürger.
Das Thema ist insbesondere auch deswegen wieder hochaktuell, weil ein Gutachten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu der Einschätzung kam, dass es sich vor allem wegen “mangelnder Körperlichkeit” nicht um Sport handele.

In der Expertenrunde kam man hingegen zu einem anderen Urteil. Mit dieser Begründung müsste anderen Sportarten wie Schach und Motorsport den Status als Sport aberkennen. Prof. Dr. Jochen Koubek, Leiter des Studiengangs Computerspielwissenschaft der Uni Bayreuth, sprach sogar von einem “Gefälligkeitsgutachten” für den DOSB (und sorgte mit seiner Trockenheit für Heiterkeit im Publikum).
Es stellten sich dabei im Wesentlichen die folgenden Anliegen und Argumente einer Sportanerkennung heraus:
- Anerkennung als Sport ermöglicht eSport-Vereinen Hilfe durch Sportförderungen und Förderprogramme
- ESport-Vereine könnten von der Gemeinnützigkeit profitieren
- ESport-Branche verzeichnet hohes wirtschaftliches Wachstum
- Gesellschaftliche Anerkennung, da z.B. entschuldigtes Fehlen aufgrund eSport-Wettkampfes oft auf Unverständnis trifft
Strittige Themen wurden allerdings nicht ausgelassen. Auf die Verrohung der Sprache und die Gewalt angesprochen, wiesen mehrere der Anwesenden auf den Umgangston der Fans in den Fußballstadien hin. “Ethik und Fairplay sind wichtige Bestandteile des eSports” fügte Jana Möglich hinzu, eSport-Referentin der Inititative für den Games-Standort Schleswig-Holstein.
Der Tenor in der ExpertInnenrunde war schlussendlich, die Anerkennung voranbringen zu müssen, (hauptsächliche junge) Menschen medienkompetent zu begleiten und die Chancen der Branche auch wirtschaftlich zu nutzen.
Im Anschluss an die Fragen aus dem Publikum ergab sich die Gelegenheit, den eSportlern von “ratiopharm ulm eSport” bei einem Freundschaftsspiel über die Schultern zu schauen.

Ein großer Dank geht an die bayerische Landtagsfraktion der Grünen und Max Deisenhofer für die hochkarätige Veranstaltung in Neu-Ulm, dem interessierten Publikum und den eSport-Vereinen aus der Region (Ulm Gaming eSports, Sparrows Ulm, Necro Gaming e.V. aus Senden), die die Gelegenheit zum Networking genutzt haben und mit ihren Erfahrungen für Gespräche bereitstanden.
Der komplette Audiomitschnitt:
Anwesende ExpertInnen:
- Prof. Dr. Jochen Koubek, Professor für Digitale Medien an der Universität Bayreuth
- Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bundes Deutschland
- Darius Zähringer, Projektmanager eSport von ratiopharm ulm Basketball
- Robert Schraudner, Vize-Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes
- Jana Möglich, ESport-Referentin bei der Initiative für den Games-Standort Schleswig-Holstein
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